Gründungsgeschichte

 

 

Die Gründung der Stiftung Hospital St. Wendel geht auf das Jahr 1455 zurück. Damals schenkten die Eheleute Johann von Oppenheim genannt Hanenschilt und seine Ehefrau Tryne ihr stattliches Anwesen - einen Adelshof - der Kirche und der Stadt St. Wendel zwecks Gründung eines ewigen Spitals zur Aufnahme und zur Pflege armer elender Personen, welche einen unbescholtenen Lebenswandel und ein Alter von 60 Jahren hatten.

Das alte Hospitalgebäude stand gegenüber der Magdalenenkapelle, ungefähr dort, wo sich bis vor wenigen Jahren das Kaufhaus Kirsch befand.

Bis zum Jahre 1800 – also 345 Jahre lang - blieb das Hospital fast unverändert dort bestehen. Arme Menschen waren hier untergebracht, denen man Nahrung und Kleidung gab und in Krankheitsfällen für kostenlose Behandlung sorgte.

Außerdem übernahm das Hospital ihre Begräbnisse und bezahlte Kost- und Schulgeld für Waisenkinder, gab ihnen Lehrmittel und ließ sie in einem Handwerk ausbilden.

Mit der französischen Revolution - Ende des 18. Jahrhunderts - fiel auch die kirchliche Stiftung der Säkularisation zum Opfer, Der Kirche wurde durch Gesetze die Verwaltung der Stiftung entzogen und eine Kommission aus fünf Bürgern aus der Stadt mit einem Präsidenten an der Spitze – in der Regel der jeweilige Bürgermeister - mit der Verwaltung der Stiftung beauftragt.

1818 wurde der Grundstein für einen Neubau des Hospitals gelegt, das 1819 fertiggestellt wurde.

Mit seinen 38 Plätzen war es das erste Altenwohnheim in St. Wendel. Im Jahre 1852 holte die Hospitalkommission die Ordensschwestern von der Kongregation der Borromäerinnen nach St. Wendel und übertrug ihnen die Verwaltung des Hospitals. Diese wirkten dort bis zum Jahre 1972.

Neben der Pflege der armen und alten Leute wurde nun das Hospital zu einer Erziehungsanstalt für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Ende des ausgehenden Jahrhunderts wurde darüber hinaus eine "Kinderbewahranstalt" gegründet, aus der sich der heutige Kindergarten entwickelte.

Diese drei Bereiche stellen noch heute die wichtigsten Arbeitsgebiete der Stiftung dar. Sie hat sich in unserer Region zu einem wichtigen Arbeitgeber entwickelt, der in der Altenhilfe 308 Menschen beschäftigt, 195 in der Jugendhilfe und 39 in Kinderkrippe, Kindergarten und Hort.

Die Verankerung der Stiftung in Stadt und Kirche spiegelt sich in ihrem Kuratoriums wider: der Bürgermeister und der Pastor der Pfarrei St. Wendelin sind geborene Mitglieder, fünf weitere nichtständige Mitglieder - Bürger der Stadt -  werden vom Kuratorium hinzugewählt.

Es sind also die St. Wendeler Bürger, die ihre Stiftung selbst verwalten.